Das Wunder ungeteilter Achtsamkeit

Eigentlich ist es ja die Stille, die am Ende machtvoll spricht, die offen ist und alles in sich vereint, wenn die Worte im Kopf endlich ein zufriedenes Ende gefunden haben. Aber wie diese Stille, wie das Schweigen Gottes finden? Wie kann es überhaupt ganz stille werden, in einer Welt die ständig spricht und lärmt und schreit und donnert – bis hinein in meine Seele?

Ein Weg – und es ist gewiss nicht der schlechteste – ist, sich GANZ auf etwas einzulassen. GANZ auf EINES einzulassen, hinein zu lauschen in das Geheimnis dessen, was sich in diesem Augenblick hier ereignet.

Nicht verstehen zu wollen, nicht festhalten zu wollen, nicht beurteilen zu wollen und nicht ablehnen zu wollen, sondern offen und wach wie ein Kind einfach zu schauen und zu lauschen und so nichts anderes zu tun als GANZ (da)zu sein.

Dann kann sich das grosse Wunder dieser Welt in jedem Augenblick ereignen: Das Wunder, dass es plötzlich still wird in allem Lärm und Gebrüll der Zeit. Das Wunder, dass es plötzlich weit wird und gelöst, in aller Enge unseres Alltags. Das Wunder, dass die Zeit vergeht und ALLE Zeit ver-geht und nur noch jetzt ist, Gottes JETZT.

Die Frage ist, erwarten wir noch, dass uns dies geschieht? Haben wir noch wirkliches Vertrauen in das unvergängliche Wunder unserer Achtsamkeit?

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