
Ich habe einen Mann gekannt, dem ein Hügel gehörte. So stand es auf dem Papier. Sein Vater hatte ihn ihm hinterlassen, und dessen Vater davor. Wenn man mit ihm am Hügel vorbeiging, hob er den Arm und sagte: Der da, bis zur grossen Buche, der ist meiner.
Hinaufgegangen ist er nie. Das muss man dazu sagen. Er hatte ihn, und er ging nicht hinauf. Man hat ja vieles, wozu man nicht hinaufgeht.
Im selben Dorf wohnte eine alte Frau, die ging jeden Tag hinauf, bei jedem Wetter. Sie kannte die Stelle, wo im März die ersten Schlüsselblumen kommen, und den Stein, auf dem man sitzen kann, wenn er in der Sonne war. Sie rede mit dem Hügel, sagten die Leute. Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass sie hinaufging und der Mann nicht.
Meister Dogen schreibt im Sansuikyo einen Satz, der mir bei den beiden einfällt:
«Die Berge gehören denen, die die Berge lieben.»
Ich habe das der alten Frau einmal erzählt. Sie hat gelacht. Mir gehört der Hügel doch nicht, hat sie gesagt. Ich gehe nur hinauf.
Der Mann ist gestorben. Der Hügel steht jetzt auf einem Papier in einer Stadt, bei jemandem, der nie kommt. Die alte Frau ist auch gestorben, vor zwei Wintern. Die Schlüsselblumen kamen im März trotzdem.
Manchmal denke ich an die beiden, wenn ich am Hügel vorbeigehe. Dem einen gehörte er, und er kannte ihn nicht. Die andere kannte ihn, und er gehörte ihr nicht. Und der Hügel selber macht aus alledem nichts. Er trägt seine Buche und seinen Stein. Im März kommen die Schlüsselblumen.
Ich gehe jetzt manchmal hinauf. Oben setze ich mich auf den Stein, wenn er in der Sonne war, und schaue ins Tal. Wem der Hügel gehört, weiss ich nicht mehr so genau. Es ist eine Frage, die oben keine Antwort braucht.

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