Kategorie: Allgemein
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Einheit in der Verschiedenheit Am Morgen liegt das Licht über den Dächern. Alles wirkt still, als hielte die Welt den Atem an. Und doch bewegt sich etwas: ein Vogel, der quer fliegt, ein Ast, der sich vom Wind her bewegt, ein Mensch, der langsam die Strasse hinuntergeht. Nichts passt genau zusammen. Und doch stimmt alles.…
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Wenn der Herbst den Himmel klärt, wird die Luft dünner und weit. Der Wind trägt den Geruch von Erde, Laub, Kerzenrauch. In dieser Weite liegt etwas, das an Stille erinnert. Man spürt den eigenen Atem bewusster, als würde die Welt ihn begleiten. Jeder Schritt wird langsamer, jeder Gedanke ruhiger. Die Tage sind kürzer, das Licht…
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Es gibt Tage, an denen das Leben leiser wird. Man steht am Fenster, schaut hinaus, und alles scheint langsamer. Der Nebel liegt über den Dächern, ein Hund bellt in der Ferne, und das Licht hat diese Farbe, die sich kaum beschreiben lässt – matt und warm zugleich. Ein Licht, das den Übergang kennt. Zwischen Sommer…
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Christkönig – wenn ich dieses Wort höre, muss ich immer an einen älteren Herrn denken, den ich vor Jahren kennengelernt habe. Er war Schreiner und hatte in seiner Werkstatt einen merkwürdigen Hocker stehen, der aussah wie ein kleiner Thron. Vergoldet, mit Schnitzereien, völlig deplatziert zwischen Sägespänen und Holzleim. Ein Kunde hatte ihn nie abgeholt. Der…
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Es beginnt unscheinbar. Ein Morgen, der anders riecht. Kühle Luft, die durch die Ritzen zieht, selbst wenn die Sonne scheint. Ein Licht, das nicht mehr blendet, sondern liegen bleibt – auf den Dingen, auf der Haut. Man merkt es nicht sofort. Aber irgendwann spürt man: Das Jahr hat die Richtung gewechselt. Ich gehe früh hinaus.…
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Es ist lange her. An einem Donnerstag Abend im Dom von Passau. Draussen regnet es in Strömen. Wir, ein paar nicht nur geistig mittellose Studenten, sitzen im Chorgestühl hinter dem Chor des Bayrischen Rundfunks. Davor die Münchner Philharmoniker. Der Sakristan der Kathedrale hatte uns nach Türschluss kostenlos hereingeschläust. Ein Vorteil, wenn man die richtigen Leute…
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Jetzt im August, wenn die Nächte noch warm sind und der Tag schon früh sein Gewicht zeigt, denke ich gern an die kalten Morgen im Herbst und Winter. Manchmal spürt man den Herbst schon jetzt: Man steht vor dem Haus, und der Atem wird sichtbar. Eine kleine Wolke, die sich auflöst, kaum dass sie da…
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Eigentlich wollte ich lesen. Nichts Wichtiges, nur ein paar Zeilen. Aber die Brille war weg. Also suchte ich. Neben dem Bett, in beiden Jackentaschen, auf dem Schreibtisch, im Bad, noch einmal in beiden Jackentaschen und im Kühlschrank. Man weiss ja nie. Menschen wurden schon an ganz anderen Orten von der Erleuchtung gefunden …Nach zwanzig Minuten…
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In der Küche liegt ein Zettel auf dem Tisch. Nicht besonders auffällig. Ein Einkaufszettel, dachte ich zuerst. Aber dann habe ich ihn gelesen. „Ferien ab 8. Juli“, steht da. Nicht mehr. Keine Ausrufezeichen. Keine Ergänzungen. Kein Ziel. Kein Plan. Nur dieses eine Wort, und ein Datum. Ich weiss nicht mehr, wer den Zettel geschrieben hat.…
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Fronleichnam 2025, Kapelle Unterrütti Ich bin adoptiert. Das ist keine Geschichte, die ich oft erzähle. Aber heute erzähle ich sie. Meine Eltern, die mich adoptiert haben, waren gute Menschen. Sie haben mir früh gesagt, wie es ist. Ohne Aufhebens. „Du bist adoptiert“, haben sie gesagt. „Wir haben dich ausgesucht.“ Das war schön. Ausgesucht worden zu…