Heimweh nach Himmel

Im Grunde sind wir alle krank vor Heimweh. Heimweh nach unserer wirklichen Heimat: Wir haben Heimweh nach dem Himmel.
Weil Heimweh – wie es der Name ja sagt – weh tut, versuchen wir etwas dagegen zu unternehmen. Aber in der Regel haben wir damit keinen Erfolg. Auch sich zu erinnern, wie es „zu Hause“ riecht, wie sich unser Körper fühlt, wie weit unsere Seele dort wird, fällt uns schwer, weil die Erinnerung mit jedem Jahr, in dem wir uns fern dieser Heimat fühlen, mehr und mehr verblasst.
Von Landschaften kann man Fotos machen, die helfen, sich zu erinnern. Von Menschen, bei denen man sich zu Hause fühlt ebenso. Aber von unserer wahren Heimat, von unserem Ursprung, gibt es keine Bilder.
Der Versuch sich vom Heimweh abzulenken kostet uns eine Menge Kraft und oft auch Geld. Am Ende bleibt das Heimweh hinter allem stehen und färbt das ganze Leben mit seiner Sehnsucht nach etwas scheinbar unerfüllbaren.
Das muss aber nicht so bleiben.
Es gibt ein Tor, genauer ein torloses Tor, das uns auf direktem Weg dorthin führt woher wir kommen.
Wir tragen es in uns – ungeachtet dessen, wo wir sind und wie wir uns fühlen. Deshalb steht es uns an jedem Ort dieser Welt zur Verfügung. Und deshalb steht uns auch unsere wirklich Heimat, der „Ort“ unserer Sehnsucht in jedem Augenblick und an jedem Ort der Welt offen.
Das Tor ist die Stille. Nicht das Fehlen jeglichen Klangs, jeglichen Geräusches. Es geht um die Stille, zu der wir selber werden, wenn wir zulassen, dass unser Herz still wird. Sie ist so etwas wie die Muttersprache unsere Seele. Weil sie keine Form hat, keine Farbe, keine Grenze, keinen Geschmack, ist die leere, tiefe, weite Stille des Alls nicht von dieser Welt. Sie ist der Klang der wahren Wirklichkeit.

Dieses Tor durchschreiten wir genau dann, wenn wir unser Herz von „Senden“ auf „Empfang“ schalten. Wenn das innere Plappern in den Hintergrund tritt, erfahren wir, dass die Leinwand, auf der sich unser ganzes Leben abspielt, unsere Dramen und unser Glück, reine, gegenwärtige Stille ist. Schon immer – und unauslöschlich. Dort sind wir zu Hause – selbst dann, wenn wir uns ganz verloren fühlen.
Die Stille ist das Tor.

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