Sorgentiere

Manche Menschen halten sich Sorgen, wie sich andere Leute Haustiere halten. Sie füttern sie, sie hätscheln sie und merken nicht, wie nach und nach alles anfängt, nach dem ungewaschenen Zottelfieh zu riechen.
Der ganze Lebenswandel beginnt sich mehr und mehr um die kleinen Mitbewohner zu drehen. Immer öfter werden sie zur Entschuldigung, weil dies oder jenes leider nicht geht, denn «ich hab ja schon genug Probleme».
Diese Sorgentierchen loszulassen, ist nicht einfach. Ihre Glieder haben Widerhaken, die sich im Filz, den wir uns in Ängstlichkeit um unser Herz gelegt haben, sehr erfolgreich und hartnäckig verheddern. Dort fühlen sie sich wohl, denn sie leben von diesem Gewalke unserer Angst.
Darüber hinaus vermitteln sie uns den Eindruck, wir müssten uns um sie kümmern, wir trügen Verantwortung für sie. Täten wir das nicht, würden sie uns stinkfrech auf den Teppich machen und jeder sähe, wie es um uns und die Sauberkeit unserer Seele stünde.
Dabei übersehen wir, dass die meisten dieser kleinen Geister nichts anderes sind, als Geister, die es gar nicht gibt. Imaginäre Hausgenossen unserer Seelen, die sich einschleichen, wenn wir nicht gründlich genug üben, 
in die Stille unseres Herzens 
zu lauschen und von Grund auf zu vertrauen.
Dieses nur scheinbar grundlose Vertrauen hat im Herzen beinahe unbegrenzte Kraft. Wer es wagt, bei dem löst es den ängstlichen und viel zu engen, starren Filz und nimmt so den Sorgentierchen – und ihren Kindern – die Nahrung und den Halt. Es macht das Leben weit und frei und lässt uns seinen Grund erfahren: Es geht um Dich!

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