Hol‘ mich hier raus …

wald

Manchmal fühlt es sich so an, als stünde ich im tiefsten Wald. Irgendwo im Dickicht eines undurchdringlichen Dschungels, der über lange Jahre und fast unbemerkt im Alltag herangewachsen ist. Gemischte Gefühle, verwirrende Empfindungen und verstörende Fragen, verknoten sich wie Lianen und Dornengestrüpp ineinander. Sie wurzeln auf dem Humus, den ihre eigenen Blätter und Früchte produzieren, wenn sie überreif herabfallen und zu faulen beginnen. Es ist ein Kreislauf, ein höllischer Kreislauf, aus Rastlosigkeit und Erschöpfung, aus Orientierungslosigkeit dem Drang etwas zu tun, aus mangelder Verbundenheit zu mir und meinem Leben. Wie der biblische Widder verheddere ich mich mit meinen Hörnern immer mehr in irgend einem Busch, in irgend einer Idee, einer Illusion: «Warum ausgerechnet ich?», zum Beispiel, oder «ich MUSS es haben!», gerne auch «ich bin es eh nicht wert!»
Je mehr ich diesen Stimmen glaube, je mehr ich mich verstricke, desto weniger sehe ich den Himmel und desto tiefer stecke ich in meinem eigenen, modernden Dreck. Das ist der Humus, in dem die Traurigkeit wurzelt – und die Einsamkeit.
Zum Glück ist das nicht die ganze Welt. Der Wald kennt Lichtungen und feste Wege, die in die Weite führen – dorthin, wo das Glück wohnt, wo man den Himmel atmet. Was es dazu braucht sind Mut, Vertrauen und ein Sinn für Orientierung, ein Herz für das Wesentliche. Deshalb: Lass Dich da raus holen … werde wesentlich!

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