Wie schwer ist ein Glas Wasser

Wie schwer ist ein Glas Wasser?

 

Während eines Seminars über Stress-Management griff die Seminarleiterin zu einem Wasserglas und hielt es in die Höhe.

Die meisten TeilnehmerInnen erwarteten nun die berühmte Frage, ob das Glas nun halb voll oder halb leer sei.

Statt dessen, mit einem süffisanten Lächeln auf den Lippen, fragte sie: „Wie schwer ist dieses Glas Wasser?“

Die Antworten reichten von 200 bis 300 Gramm.

Sie erwiderte, das absolute Gewicht des Wasserglases spiele überhaupt keine Rolle. Es käme darauf an, wie lange ich das Glas in der Hand halte.

„Das Glas für nur eine Minute zu halten, ist überhaupt kein Problem“, betonte sie. „Wenn ich es aber eine Stunde lang halten will, wird mir irgendwann der Arm weh tun. Und wenn ich es einen ganzen Tag lang so in der Hand halte, wird mein Arm steif und steifer werden und sich am Ende wie gelähmt anfühlen.

Das absolute Gewicht des Wasserglases ist in jedem Fall das selbe. Aber je länger ich es in der Hand halte, umso schwerer wird es sich anfühlen.

Die Belastungen und Sorgen des Lebens sind ganz wie dieses Wasserglas. Sie nur einen Augenblick in meinen Gedanken zu halten, macht noch nichts. Sobald ich sie aber schon ein wenig länger festhalte und über ihnen grüble, fängt es an weh zu tun. Dieser Schmerz ist wichtig, um meine Probleme tief sehen zu können, aber er muss auch ein Ende finden können, sonst habe ich keine Kraft mehr für die nächsten Schritte, geschweige denn für die Lösung. Wenn ich den ganzen Tag über meine Sorgen nachdenke, fühle ich mich irgendwann wie gelähmt – unfähig auch nur irgendetwas zu tun.

Es ist wichtig, sich immer wieder daran zu erinnern, Stress und Druck sein zu lassen.
Versuchen Sie regelmässig am Abend, so früh wie möglich, alle Belastungen abzulegen. Wenn sie religiös sind, dann legen Sie sie einfach in’s Herz Gottes – als wären Sie ein Kind. Und wenn Sie nicht religiös sind, dürfen Sie gerne das Selbe tun. Tragen Sie Ihre Sorgen nicht durch den ganzen Abend bis weit in die Nacht. Denken Sie daran, das Glas immer wieder abzustellen!“

 

Und was sagte die Mystik zu diesem Bild?

Wenn ich das Glas meiner Sorgen immer wieder in die Hand nehme und immer wieder abstelle und immer wieder in die Hand nehme und immer wieder vertrauend abstelle, werde ich mich irgendwann dabei ertappen, wie ich – völlig ohne Angst und ohne zu wissen, was ich tue – den ganzen Kelch leertrinke. Dankbarkeit wird wachsen für alles, was mich zu dem gemacht hat, was ich heute bin.

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